Ohne gültige Peppol-ID kein Dokumentenversand. Die Peppol-Teilnehmerkennung ist Ihre Adresse im Netzwerk.

Vier Schemata stehen in Deutschland zur Wahl. Leitweg-ID, USt-IdNr., GLN, DUNS.

Das Wichtigste in Kürze

  • ✅ Peppol-ID = Schema-Code plus Wert, etwa 9930:DE123456789
  • ✅ USt-IdNr. (9930): einfachste Wahl für Unternehmen
  • ✅ Leitweg-ID (0204): für die öffentliche Verwaltung
  • ✅ GLN (0088): ideal bei mehreren Standorten
  • ✅ DUNS (0060): für die internationale Identifikation
  • ✅ Empfänger ohne SMP-Eintrag bleiben unsichtbar

Was ist eine Peppol-Teilnehmerkennung?

Das Netzwerk arbeitet nach dem Vier-Ecken-Modell. Jeder Teilnehmer braucht eine eindeutige, maschinenlesbare Adresse.

Aufbau in zwei Teilen:

  1. Schema-Code nach ISO 6523, der den Nummerntyp angibt
  2. Wert, also Ihre konkrete Nummer

Merkmale auf einen Blick:

  • Schreibweise immer Schema:Wert
  • Beispiel: 9930:DE123456789
  • der Code sagt nicht, wer Sie sind, sondern nach welchem System

Sender-ID und Empfänger-ID

Zwei Rollen, klar getrennt:

  • Sender-ID: stellt die Rechnung aus, empfohlen GLN (0088) oder USt-IdNr. (9930)
  • Empfänger-ID: empfängt die Rechnung, muss technisch auffindbar sein

Behörden am OZG-RE-Portal nutzen Leitweg-ID plus Präfix 0204, etwa 0204:991-33333TEST-33. Details im Glossar der Bundesverwaltung zur Peppol Participant ID.

Die vier Identifikationsschemata in Deutschland

peppol teilnehmerkennung

1. Leitweg-ID: öffentlicher Sektor (0204)

Wichtig: Die Leitweg-ID gehört dem Empfänger, nicht dem Rechnungssteller.

Drei Bestandteile:

  1. Grobadressierung: Bund oder Land, Bundesbehörden oft 991
  2. Feinadressierung: optional, für die Organisationseinheit
  3. Prüfziffer: zweistellig, verpflichtend

Gut zu wissen:

  • Angabe in der XRechnung im Feld „Buyer Reference“ (BT-10)
  • gültig in XRechnung, ZUGFeRD ab 2.0 und Peppol BIS Billing 3.0
  • mit Präfix 0204 wird sie zur Peppol-ID

2. USt-IdNr.: empfohlen für Unternehmen (9930)

Schema-Code 9930. Aus DE123456789 wird 9930:DE123456789.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • ✅ fast jedes Unternehmen besitzt bereits eine USt-IdNr.
  • ✅ keine zusätzliche Beantragung nötig
  • ✅ leicht an Geschäftspartner zu kommunizieren

3. GLN: Global Location Number (0088)

Auf einen Blick:

  • GS1-Standard, dreizehn Ziffern
  • Aufbau: GS1-Basis, Lokationsbezug, Prüfziffer
  • Stärke: adressiert Standorte, Lager, Abteilungen getrennt
  • Beispiel-ID: 0088:4035377000007

Zu beachten: Eine GLN muss über GS1 lizenziert werden.

4. DUNS-Nummer: international (0060)

Auf einen Blick:

  • neunstellige Kennung von Dun & Bradstreet
  • Schema-Code 0060, Beispiel 0060:123456789
  • typisch für Bonität, Lieferantenmanagement, internationale Identifikation
  • Beantragung meist kostenfrei, vorher prüfen, ob schon vorhanden

Die vier Schemata im Vergleich

SchemaCodeVergeben vonBeste Eignung
Leitweg-ID0204Bund und Länderöffentlicher Sektor (B2G)
USt-IdNr.9930Finanzverwaltungallgemeines B2B
GLN0088GS1mehrere Standorte
DUNS0060Dun & Bradstreetinternational

Welche Kennung sollten Sie wählen?

Keine universelle Antwort. Es kommt auf den Fall an.

  • Typisches B2B: USt-IdNr. (9930)
  • Mehrere Standorte: GLN (0088)
  • Rechnung an die Verwaltung: Leitweg-ID (0204) in BT-10
  • International oder auf Partnerwunsch: DUNS (0060)
Link:  XRechnung erstellen: Pflicht, Aufbau & B2G 2026

Mehrere Peppol-IDs gleichzeitig sind möglich. Praktisch für internes Routing.

In fünf Schritten zur Peppol-ID

  1. Schema wählen, meist USt-IdNr. (9930)
  2. passendes Präfix voranstellen, etwa 9930 oder 0088
  3. zertifizierten Access-Point-Anbieter beauftragen
  4. als Empfänger beim SMP registrieren lassen
  5. Adressdaten im Peppol Directory veröffentlichen

Das Präfix müssen Sie sich nicht merken. Der Anbieter ergänzt es automatisch.

Wer sich sicher anbinden will, macht sich mit dem Peppol-Netzwerk vertraut. Für grenzüberschreitende Fälle hilft ein regulatorischer Atlas bei den länderspezifischen Vorgaben.

Peppol Directory und SMP

Eine ID zu haben reicht nicht. Auffindbarkeit zählt.

  • SMP (Service Metadata Publisher): hinterlegt Access Point und Dokumenttypen, für Empfänger zwingend
  • Peppol Directory: öffentliches Verzeichnis der Adressdaten, das Telefonbuch des Netzwerks

Häufige Fehler

  • falsches Schema-Präfix, etwa USt-IdNr. mit 0088 davor
  • Leitweg-ID mit der eigenen Kennung verwechseln
  • veraltete Codes nutzen, etwa 9958, nicht mehr erlaubt
  • DUNS doppelt beantragen, ohne vorher zu prüfen
  • SMP-Registrierung vergessen, dann unsichtbar als Empfänger

Häufig gestellte Fragen

Muss ich eine Peppol-ID gesondert beantragen?

Nein. Sie wird aus einer vorhandenen Nummer abgeleitet, der Anbieter übernimmt die Registrierung.

Unterschied Peppol-ID und Leitweg-ID?

Die Leitweg-ID ist eine Adressierungscodierung für die Verwaltung. Mit Präfix 0204 wird sie Basis einer Peppol-ID, ist aber nicht dasselbe.

Kann ich meine USt-IdNr. als Peppol-ID nutzen?

Ja. Mit Code 9930 gültig und empfohlen, etwa 9930:DE123456789.

Brauche ich GLN oder DUNS?

Nicht zwingend. USt-IdNr. genügt meist, GLN bei mehreren Standorten, DUNS bei internationalem Bedarf.

Wie finde ich die Peppol-ID meines Kunden?

Direkt erfragen oder im Peppol Directory suchen.

Fazit

  • Peppol-ID = immer Schema-Code plus Wert
  • USt-IdNr. (9930) ist für die meisten der logische Start
  • GLN und DUNS bei besonderen Anforderungen, Leitweg-ID für die Verwaltung
  • bewusst wählen, richtiges Präfix, beim SMP registrieren, im Directory sichtbar sein

Hinweis: allgemeine Information, keine individuelle Steuerberatung. Schema-Codes werden über die OpenPeppol-Codelisten regelmäßig aktualisiert.

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